Die Ära Wowereit geht zu Ende

Bericht aus dem Abgeordnetenhaus

Liebe Mitglieder,
die Ära Wowereit geht zu Ende und für Berlin ist das auch gut so. Wohl alle waren überrascht über den Zeitpunkt, den er sich ausgesucht hatte, um seinen Rücktritt zu erklären. Vermutlich war es der letzte Zeitpunkt, an welchem Wowereit noch alleine entscheiden konnte und nicht von den eigenen Genossen zum Rücktritt gezwungen wurde. 

Vom Liebling der Berliner mit den allerbesten Umfragewerten hat er es in 13 Jahren Amtszeit geschafft, der unbeliebteste Politiker Berlins zu werden. Es ist noch nicht lange her, da hat man sogar eine Kandidatur als Kanzlerkandidat für möglich gehalten. Ja, er hat Fehler gemacht. Der Flughafen Willi Brandt wird wohl für immer mit dem milliardenschweren Scheitern Wowereits verbunden bleiben, ebenso die Schließung des Flughafens Tempelhof. Eine Wowereit-Gedenk-Bibliothek auf dem Tempelhofer Feld blieb uns glücklicherweise erspart. Großprojekte, die nicht fertig werden, schlampig vorbereitet wurden und deren Preise explodieren, all das haben wir zigfach in Berlin. Es war auch Wowereit, der erstmals nach der Wiedervereinigung dafür sorgte, dass die SED-Nachfolgepartei wieder in Regierungsverantwortung kam. Unter dieser rot-roten Regierung wurde das Personal in der Berliner Verwaltung nahezu halbiert, Wohnungsneubau und notwendige Investitionen in Infrastruktur gegen Null geführt.
Nun dürfen wir gespannt sein, wer die Nachfolge Wowereits antreten wird. Fünf Kandidaten sind bisher genannt. Der Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU wird derzeit nicht in Frage gestellt und man kann davon ausgehen, dass die drei aussichtsreichsten Kandidaten Saleh, Müller und Stöß daran auch nicht rütteln werden. Die nächsten Wochen und Monate werden eine große Herausforderung für die Berliner SPD. Bleibt zu hoffen, dass wir nicht zusehen müssen, wie sich eine Volkspartei selbst zerlegt.

Herzliche Grüße
Ihre Katrin Vogel, MdA

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