MIT Treptow-Köpenick

Fragen und Antworten zur MIT-Steuerbremse und zur Kalten Progression - Teil II

Liebe Mitglieder und Freunde der MIT, sehr geehrte Damen und Herren,
im letzten WISO (Teil I) erläuterte ich, was sich genau hinter dem MIT-Modell „Steuerbremse“ verbirgt und worum es beim Abbau der „Kalten Progression“ konkret geht. In diesem Teil gehe ich auf weitere Fragen ein.

3. Soll der sog. „Mittelstandsbauch“ abgeflacht werden?

Der „Mittelstandsbauch“ beschreibt eine Besonderheit des Steuertarifs: Gerade bei unteren und mittleren Einkommen steigt der Tarifverlauf sehr stark an. Bei Einkommen zwischen dem Grundfreibetrag und 13.469 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen etwa vier mal so stark wie in den Einkommensbereichen darüber. Die Kalte Progression verstärkt diesen Effekt. Da der Grundfreibetrag aus verfassungsrechtlichen Gründen regelmäßig angepasst wird (eine Art „Grundfreibetrag auf Rädern“), die Steuertarife aber gleich bleiben und nicht an die Inflationsrate angepasst werden, verläuft der Tarif immer steiler. Im Extremfall ohne weitere Anpassung müsste in vielen Jahren direkt nach dem Grundfreibetrag der Spitzensteuersatz gezahlt werden. Der Abbau des Mittelstandsbauch ist ein weiteres Ziel guter Finanzpolitik, wäre aber deutlich teurer und ist derzeit nicht leistbar. Immerhin: Die Abschaffung der „Kalten Progression würde dazu führen, dass der Mittelstandsbauch nicht weiter wächst, mithin der Steuertarif zwar im unteren Bereich steil bleibt, aber nicht bei jeder Grundfreibetragsänderung steiler wird.

4. Wer ist von der „Kalten Progression“ betroffen?

Die „Kalte Progression“ belastet jedes Jahr jeden Steuerzahler, der Lohn- bzw. Einkommensteuer zahlt: Also alle Personenunternehmen, Freiberufler, Angestellte, Beamte und inzwischen auch Rentner.

Nach dem Vorschlag der MIT soll mit der Einführung der Steuerbremse künftig eine automatische Anpassung des Einkommensteuertarifes an die Inflation erfolgen.

Liebe Mitglieder, in der nächsten Ausgabe (Teil III) gehe ich unter anderem auf die Frage ein: Könnte diese Indexbindung dazu führen, dass sich die Inflation beschleunigt?

Bis dahin wünsche ich Ihnen einen wunderschönen Herbst! Genießen Sie die letzten warmen Sonnentage in diesem Jahr!

Dr. Martin Sattelkau
Vorsitzender MIT Treptow-Köpenick

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