Unser Bezirksstadtrat hat das Wort

Von Bühnen, Kultur und anderem Theater

Liebe Mitglieder der CDU Treptow-Köpenick, liebe Freunde,

am 5. und 6. Mai fand die Klausurtagung des Bezirksamtskollegiums in Erfurt statt. Hauptthema waren hier natürlich die Aufstellung des Haushaltsplanes 2016/17, die Umzugsplanung des Bezirkes um die Dienstgebäude so effektiv wie möglich auszulasten und die Auswirkungen der veränderten Möglichkeiten auf dem zweiten Arbeitsmarkt. Die Tagung fand, auf Einladung der ehemaligen Sozialstadträtin Ines Feierabend in Erfurt statt. Auch ein Besuch beim neuen Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow war Bestandteil des Rahmenprogramms. Die Gespräche verliefen angenehm und durchaus positiv. Leider zeichnet sich dennoch wieder ab, dass auch in den beiden neuen Haushaltsjahren der Bereich Weiterbildung und Kultur nicht auskömmlich ausgestattet sein wird. 

Zu unserem Dauerbrenner, dem Stadttheater Cöpenick gibt es neue Entwicklungen. Aktuell stellt sich mit der Initiative für das Stadttheater Cöpenick durch die Regisseurin Frau Stephanie Kühn eine neue Chance zum Erhalt des Theaters dar. Da sich die Kunstfabrik zum Jahresende vom Theater trennen wollte, gründeten die Kreativschaffenden des Stadttheaters unter der Initiative von Frau Kühn einen gemeinnützigen Verein. Die Gemeinnützigkeit wurde beantragt, ein Konzept wurde erarbeitet. Die Verhandlungen über die Abtrennung des Theaters mit der Kunstfabrik gestalten sich zurzeit allerdings schwierig. Am letzten Freitag besuchte ich gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister Oliver Igel und dem Kulturstaatssekretär Tim Renner auf unserer Bezirkstour auch das Stadttheater und konnte die lebhafte Diskussion zwischen den Akteuren erleben.

Ich begrüße die Initiative das Stadttheater mit Hilfe des neuen Fördervereins auf neue Füße zu stellen. Daher biete ich hier für die Verhandlungen unsere Unterstützung bei einer Mediation an. Noch einmal zu besseren Verständnis: Seitens der Kunstfabrik GmbH, zu der das Stadttheater gehört, wird behauptet, dass das Bezirksamt seine jährlichen Zuwendungen für das Theater in diesem Jahr um die Hälfte auf 25.000 Euro gekürzt hat. Das ist so nicht der Fall, die Zuwendungen aus dem Topf für die institutionelle Förderung wurden bereits 2013 angepasst. Seitdem ist die Fördersumme nicht gekürzt worden. Gefördert wurden bis dahin das Stadttheater Cöpenick und das Schlossplatztheater. Die Anpassung war zu diesem Zeitpunkt notwendig, da mit dem Figurentheater Grashüpfer ein weiteres Theater in diese Förderung aufgenommen, der Topf jedoch nicht größer wurde. Im letzten Jahr wurde dann noch einmal nachträglich aufgestockt, was den ohnehin nicht auskömmlichen Haushalt des Amtes in große zusätzliche Schwierigkeiten brachte. Für dieses Jahr ist das nicht mehr möglich.

Eine Behauptung seitens der Kunstfabrik, das Stadttheater wäre allein deshalb nicht mehr zu erhalten ist schlichtweg falsch und unredlich. Die Ursachen dafür liegen auch darin, dass sich die Kunstfabrik nicht rechtzeitig als Träger von Beschäftigungsmaßnahmen den Gegebenheiten angepasst hat. Auch nicht, als längst absehbar war, dass nur noch wenige bis keine Arbeitsmarktfördermaßnahmen mehr zur Verfügung stehen würden. Bereits seit Jahren fordert das Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kultur und Museum, von der Kunstfabrik das Stadttheater aus deren GmbH-Konstrukt heraus zu lösen, um damit wichtige Voraussetzungen für andere Förderungen des Landes und des Bundes, die bisher nie genehmigt werden konnten, zu ermöglichen. So z. B. die Spielstättenförderung für freie Theater- und Tanzgruppen (Landesförderung). Was unternahm nun das Bezirksamt bisher um ein Aus der Bühne abzuwenden? Bereits im vergangenen Jahr hatte ich nach meinem Amtsantritt damit begonnen mit meinem Kulturamt zu prüfen wie das Stadttheater Cöpenick dauerhaft auf eine solide Basis gestellt werden kann. Wir haben hier auch andere Standorte in Betracht gezogen, die sich in Miethöhe und der Möglichkeit mit mehr Sitzplätzen höhere Zuschauerzahlen bespielen zu können besser eignen. Das wurde leider von der Kunstfabrik als nicht mehr rechtzeitig möglich erachtet, da sich ihre Lage und damit die des Stadttheaters bereits so zugespitzt hatte, dass man nicht sah das Jahr 2015 zu überstehen. Bleibt festzustellen, dass die, aus Sicht von Frau Wetzlich „fehlenden“, 25.000,-€ auch keine ernsthaft rettende Rolle mehr hätten spielen können. Zumal für uns unter dem Wissen von diesen Voraussetzungen die Vergabe von weiteren Mitteln doch rechtlich fraglich erscheint.

Ihr/Euer Michael Vogel 

Inhaltsverzeichnis
Nach oben