Bildungspolitik – ein wichtiges Thema für den kommenden Wahlkampf

Die Diskussion der letzten Monate um den neuen Rahmenlehrplan hat gezeigt, wie sehr das Politikfeld Bildung die Berliner Bürger zu mobilisieren vermag. Im Zentrum der Diskussion standen dabei vor allem Art und Weise sowie der Umfang, in dem künftig der Geschichtsunterricht erteilt werden sollte. Etwas anderes wurde hingegen, zumindest von der Presse, kaum kritisch wahrgenommen, nämlich die gleichmacherische Tendenz, die bereits unter dem früheren rot-roten Senat in die Bildungspolitik vorangetrieben wird: So soll der neue Rahmenlehrplan für alle Schultypen gelten, egal ob fürs Gymnasium oder für die Sekundar- oder Gemeinschaftsschule. 

Dieser Geltungsbereich ist nur der vorläufige Abschluss einer Entwicklung hin zu einer Schullandschaft, die offenbar, wenn es nach linken Politikern geht, allein aus Gemeinschaftsschulen bestehen soll. Diese Tendenz ist traurig aber vor allem auch ärgerlich. Natürlich lernen Kinder gerne von der ersten bis zur dreizehnten Klasse gemeinsam. Brüche wie der zwischen Grundschule und weiterführender Schule führen zu Veränderungen im Freundeskreis. Aber ist das wirklich so schlecht für die Entwicklung der Kinder? Die Arbeitswelt wird für die Kinder noch ein Vielfaches dieser Brüche bereit halten.

Bei einer Sitzung unseres Schulausschusses in der Grünauer Schule, einer Gemeinschaftsschule, wurde mir auf die Frage nach der Förderung überdurchschnittlich leistungsbereiter Schüler lapidar geantwortet, man setze diese eben zusammen an eine Schulbank. Für diese Frage wurde ich von den BVV-Kollegen der Linken und der SPD so entsetzt angesehen, als hätte ich gerade die Prügelstrafe gefordert. Bei allem Engagement, das Lehrer sicherlich auch an Gemeinschaftsschulen aufbringen: Wenn in einer Klasse vom Lernbehinderten bis zum pfiffigen Kerlchen alle Leistungsniveaus bei den Schülern vertreten sind, ziehen wir uns eine Generation von über- und unterforderten Kindern heran. Dies bemerken inzwischen auch viele Menschen, die politisch eigentlich eher den Sozialdemokraten oder den Grünen näher stehen. Bei der Beteiligung der Mitglieder an der Aufstellung des CDU-Wahlprogramms für die Berlin-Wahl im kommenden Jahr sollten wir alle darauf hinwirken, unsere bildungspolitischen Ziele deutlich stärker in den Vordergrund zu stellen, als wir das im letzten Wahlkampf getan haben.

Martin Hinz,
schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Treptow-Köpenick

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