Mit uns wäre es noch ein Park

Mehr als 13 Millionen Euro wurden in die Sanierung des Gartendenkmals Treptower Park gesteckt. Wege wurden hergerichtet, Bäume und Sträucher neu gepflanzt. Da ist es mehr als unverständlich, dass die SPD sich über alle Bedenken der Anwohnerinnen und Anwohner hinweggesetzt hat und das Lollapalooza Musikfestival am 10. und 11. September in den Treptower Park geholt hat.

Pünktlich mit der Fertigstellung der Parksanierung in diesem September waren am 10. und 11. September insgesamt 140.000 bis nach 23 Uhr im Park feiern, die ihre Spuren und ihren Müll hinterlassen haben. So etwas geht nicht spurlos an der Vegetation, den Tieren und dem Sowjetischen Ehrenmal vorbei, auch wenn das Bezirksamt argumentiert, dass dem Veranstalter Auflagen zu Nutzung des Parks gemacht wurden und er alle entstehenden Schäden im Park beseitigen muss. Zu den direkten Auswirkungen auf den Park kamen aber auch Zumutungen auf die Nutzer der Grünanlage und die Anwohner zu. So ist der Besuch des Parks und des Sowjetischen Ehrenmals schon seit dem 29. 8. fast nicht mehr möglich, bis heute. Die lange Sperrung der Puschkinallee für Besucher und den Durchgangsverkehr sowie das Abriegeln von mehr als 1.000 Parkplätzen ist eine Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner, die neben einer unerträglichen, genehmigten Geräuschkulisse von mehr als 90 dbA durch die Bühnen, ein Verkehrschaos am Festivalwochenende erzeugt hat. Um diese heraufziehende Katastrophe zu verhindern, hatten CDU und B´90Grüne zur BVV im März einen gemeinsamen Antrag eingebracht, den Treptower Park bei der Standortsuche für das Lollapalooza Musikfestival außer Acht zu lassen und einen Alternativstandort zu suchen. Diverse Vorschläge der CDU, wie die Gleislinse Schöneweide oder der BBI Business Park boten sich als Alternativstandorte an, wurden aber sowohl vom Veranstalter, wie auch von der SPD-geführten Verwaltung aus krudesten Beweggründen abgelehnt, zumeist, weil die Verkehrsanbindung zu schlecht sei.

Kultur ist für Berlin wichtig. Es galt für uns beides zu erhalten, den Park und das Festival. Leider jedoch wurden CDU und B´90Grüne von einer Gemeinschaft aus SPD, Linken und Piratenfraktion überstimmt. Damit war dem Festival Tür und Tor geöffnet und deren Auswirkungen spüren alle Parknutzer sowie die Anwohner seit nun einigen Wochen. Warum die SPD mit ihren zuständigen Senatoren, Bürgermeistern und Staatssekretären sich so vehement gegen den Bürgerwillen stemmt und das Festival im Park genehmigt hat, bleibt auf lange Sicht ein Rätsel. Ein weiteres Zeichen dafür, wie die SPD meint, ihr gehöre die Stadt und „stadtweites Interesse“ wäre mehr wert als jeglicher Gedanke an den Schutz der Natur, der Tiere und der Anwohner. Besonders ist, dass der Veranstalter seinen Auflagen nicht nachgekommen ist. Weder sind zirka 3.000 Menschen umgesiedelt, wozu der Veranstalter verpflichtet worden, noch ist der Ersatzspielplatz, als Ausgleich für die verloren gegangenen Spielplätze im Park, rechtzeitig eingerichtet worden.

Mit einer starken CDU in einem starken Treptow-Köpenick wäre dies nicht möglich gewesen.

Mit uns wäre es noch ein Park.
Dustin Hoffmann

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